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Deutschland braucht Honorarärzte

„Ohne Honorarärzte wäre in (vielen) Kliniken kein ordnungsgemäßer Betrieb mehr möglich“ so BÄK-Präsident Prof. Hoppe in Spiegel-Online vom 30. Juli 2009.

„Die aktuellen Daten der Bundesärztekammer zur Altersstruktur und zur Arztzahlentwicklung zeigen, dass wir gemeinsam vor außerordentlichen Herausforderungen stehen, die sich, wie der Generalsekretär des Weltärztebundes eindrucksvoll skizziert hat, auch für die europäischen Nachbarn stellen.“
Prof. Dr. Christoph Fuchs, Hauptgeschäftsführer der Bundesärztekammer beim Symposium „Demografischer Wandel und ärztliche Versorgung in Deutschland“ am 27.08.2009.

„Ein Blick in den Stellenmarkt offenbart jede Woche aufs Neue: die Nachfrage nach Ärztinnen und Ärzten in Klinik und Praxis steigt. In manchen Regionen – längst nicht nur im Osten Deutschlands – werden Ärzte händeringend gesucht. Der Ärztemangel ist dort inzwischen eine tägliche Erfahrung mit gravierenden Folgen für die medizinische Versorgung. Patienten müssen lange auf Termine warten und weite Wege bis in die nächste Arztpraxis in Kauf nehmen. Aber auch in den Krankenhäusern bleiben viele Stellen unbesetzt, in einigen Abteilungen sogar bis zu 50 Prozent.“
Statement von Dr. Frank Ulrich Montgomery, Vize-Präsident der Bundesärztekammer im Rahmen des Symposiums „Demographischer Wandel und ärztliche Versorgung in Deutschland“ am 27.08.2009 in Berlin.

Präsident der Bundesärztekammer (BÄK), Jörg-Dietrich Hoppe, warnte auf dem Symposium der Bundesärztekammer „Demografischer Wandel und ärztliche Versorgung in Deutschland“, am Donnerstag den 27. August 2009 in Berlin vor einem deutlichen Versorgungsengpass in den kommenden Jahren: Im Augenblick seien 38,5 Prozent der Ärzte über 50 und 11,8 Prozent über 60 Jahre alt. Ausreichender Nachwuchs für diese Ärzte sei aber nicht in Sicht.

„Wir haben in Deutschland so viele Ärzte wie nie zuvor, trotzdem sprechen wir von Ärztemangel, wie kann das sein?“, fragte Dr. Thomas Kopetsch von der Kassenärztlichen Bundesvereinigung. Er nannte vier Gründe: Der medizinische Fortschritt schaffe ständig neue Möglichkeiten und damit einen Bedarf an Ärzten, die diese Möglichkeiten den Patienten anbieten. Zweitens steige das Durchschnittsalter der Bevölkerung und ältere Menschen hätten einen höheren Versorgungsbedarf. Ein dritter Grund sei der zunehmende Frauenanteil in der Medizin.
Dieser liege im ärztlichen Bereich mittlerweile bei 41,5 Prozent. Ärztinnen arbeiteten aber häufiger in Teilzeit als Männer.
Außerdem gebe es in der Gesellschaft einen allgemeinen Trend zur Arbeitszeitverkürzung, der auch vor der Medizin nicht Halt mache. So gebe es in Deutschland zwischen dem Jahr 2000 und 2007 zwar 6,9 Prozent mehr Ärzte, die Zahl der im Jahr geleisteten Arbeitsstunden sei aber insgesamt um 1,6 Prozent zurückgegangen.

Nach wie vor wandern viele Ärztinnen und Ärzte ins Ausland ab: 3065 Ärztinnen und Ärzte kehrten im Jahr 2008 Deutschland den Rücken, so die Kassenärztliche Vereinigung.